“Wir wollen keine Schlafgemeinde werden”

Die Finanzkommission spielt eine Schlüsselrolle für Buchsis Weg aus den roten Zahlen. Vor den Gemeindewahlen sagen die beiden Kandidierenden auf der SP-Liste, wie sie das anpacken wollen. Die Bisherige Susanne Meier unterrichtet Wirtschaft und Recht am Gymnasium Oberaargau, der Neuling Michael Allemann ist Zollexperte. 

Die politische Rechte fordert drastisches Sparen, um die Gemeindefinanzen ins Lot zu bringen. Was sagen Sie dazu?

Susanne Meier: Das grosse Übergewicht der gebundenen, nicht beeinflussbaren Ausgaben lässt wenig Raum für selbstbestimmte Kürzungen. Der Handlungsspielraum ist gering. Und es gibt Abschreibungsbedarf nach dem notwendigen – und gelungenen – Schulraumbau Zyklus 1.

 Also nichts mit Sparen?

Michael Allemann: Doch, nach zweimal Nein zu einer Steuererhöhung an der Urne kommen wir nicht darum herum. In kleinerem Mass sehe ich schon ein gewisses Potenzial, etwa beim Strassenbau. Auf blosse Symbolpolitik sollten wir aber verzichten.

Meier: Und ich bin froh über das Ja zur Aquarena. Die Bevölkerung steht trotz schwieriger Finanzlage ganz klar hinter ihrer Badi. Wir sind einerseits gefordert, die jährlichen Defizite der Gemeinde wegzubringen. Anderseits muss die hohe Lebensqualität unserer Gemeinde erhalten bleiben. 

Braucht es eine Steuererhöhung?

Meier: Es führt nichts daran vorbei, weil Sparen allein nicht reicht. Nicht zuletzt wegen der gestiegenen gebundenen Ausgaben. Höhere Einnahmen benötigen wir zudem für den Abschluss der Schulraumplanung mit dem Zyklus 2. Wir schöpfen aber Sparmöglichkeiten aus, auch in der Finanzkommission. Und nicht vergessen: Längere Zeit ist der Steuersatz in Buchsi auch gesunken.

Allemann: Da schliesse ich mich an. Die Sparerfolge verdienen es, noch deutlicher hervorgehoben zu werden. 

Das politische Klima in Buchsi ist derzeit stark polarisiert. Was heisst dies für höhere Steuern?

Meier: In der Finanzkommission arbeiten wir sehr konstruktiv zusammen. Für 2025 hatten wir mit grosser Mehrheit eine Erhöhung von 1,65 auf 1,8 Einheiten vorgeschlagen. Nach zwei Nein zu Steuererhöhungen peilen wir nun als realistisches Ziel 1,75 an. In acht Jahren damit ein ausgeglichenes Budget zu erreichen, ist herausfordernd, aber machbar. Die moderate Anpassung hat einen Gegenwert: Sie erhält Buchsi als attraktiven Wohnort mit guter Infrastruktur, kulturellem und sportlichem Angebot. Wir wollen keine Schlafgemeinde werden. 

Bringen die Überbauung Bahnhof West und weitere Wohnüberbauungen wirklich mehr Steuereinnahmen oder aber mehr Lasten?

Allemann: Ehrlicherweise beides, Steuerertrag und Infrastrukturbedarf. Doch die enge Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die direkte Verbindung mit dem Dorfkern über die neue Bahnhofunterführung bieten ideale Bedingungen für zusätzlichen Wohnraum, den Buchsi braucht.

Meier: Nach meiner Einschätzung wird uns die Überbauung West einen positiven Nutzen erbringen

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